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Katastrophale Klimafolgen drohen

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Erschienen als Gastkommentar in der Mittelbayerischen Zeitung am 5. Dezember 2018 in der Rubrik „Außenansichten“

Die internationale Staatengemeinschaft trifft sich zur Klimakonferenz in Polen. Werden wichtige Weichen nicht gestellt?

Die internationale Staatengemeinschaft droht, die Ziele im Kampf gegen die Erderwärmung kolossal zu verfehlen. Katastrophale Klimafolgen sind zu erwarten. Dennoch ist zu befürchten, dass bei der jetzt stattfindenden UN-Klimakonferenz nicht die Weichen für einen beherzten Kampf gegen den Klimawandel gestellt werden. 1972 stellte der „Club of Rome“ seine Studie „Die Grenzen des Wachstums“ vor, dessen Titel sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Die Menschheit stößt an ihre Grenzen, wenn kein Gleichgewicht zwischen Ökologie und Ökonomie hergestellt wird. Seit dieser Zeit hat sich die Weltbevölkerung verdoppelt und der Konsum mehr als verzehnfacht. Wir stoßen jedes Jahr doppelt so viel Treibhausgas aus wie Wälder und Meere absorbieren können, Ackerflächen veröden und Rohstoffe werden immer knapper. Der Markt versagt, weil er nicht in der Lage ist, die Umwelt- und Klimaschäden unseres westlichen Wohlstandsmodells in die Produkte einzupreisen.

Wenn wir dem „kollektiven Selbstmord“ entgehen wollen, müssen die Industrieländer vorangehen und jetzt in eine Welt ohne fossile Energien einsteigen. Deutschland ruft zu mehr Ehrgeiz bei der Verringerung von CO2-Emissionen auf, verfehlt jedoch nicht nur sein selbstgestecktes Klimaziel für 2020, sondern auch die EU-Emissionsziele bei Gebäuden, Verkehr und Landwirtschaft. Trotz dieses apokalyptischen Szenarios sind wir benommen von einem Wachstumsdogma, das innerhalb seiner eigenen Logik ein selbstvernichtendes Potenzial für unseren Planeten birgt. Und trotz Wachstums geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander.

Wir haben die technischen Mittel und Ressourcen, um alle Menschen satt zu machen, jedoch gehen jeden Abend eine Milliarde Menschen mit leerem Magen zu Bett. Psychopathen werden in höchste Staatsämter gewählt und Klimaleugner sitzen in vielen Parlamenten. Das Zusammenspiel von Politbürokraten – deren Ziel der Machterhalt, aber nicht verantwortungsvolles Handeln ist – und den zum Gehorsam erzogenen Menschen muss beendet werden. Es ist höchste Zeit, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Der Kampf gegen die Abholzung des Hambacher Forstes ist ein ermutigendes Beispiel zivilgesellschaftlichen Widerstands.

Hier lesen Sie die Online-Version:
https://www.mittelbayerische.de/politik/aussenansicht-nachrichten/katastrophale-klimafolgen-drohen-23450-art1726064.html

Herbert Nebel
Mitglied im Vorstand der Internationalen Liga für Menschenrechte e.V.

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