Thailand: Erste Verurteilungen nach dem Anti-Folter-Gesetz nach dem Tod eines Wehrpflichtigen
Dienstag, 8. Juli 2025
Die Internationale Föderation für Menschenrechte (FIDH) begrüßt die ersten Verurteilungen nach dem Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Folter und gewaltsamem Verschwindenlassen aus dem Jahr 2023 und fordert die thailändischen Behörden auf, rasch gründliche Ermittlungen in allen anderen anhängigen Fällen von Folter durchzuführen, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und den Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
Am 27. Mai 2025 befand das Strafgericht für Korruptions- und Fehlverhaltensfälle in der Provinz Rayong zwei Ausbilder der thailändischen Armee und 11 hochrangige Wehrpflichtige für schuldig, am Tod eines Wehrpflichtigen im August 2024 beteiligt gewesen zu sein, und verurteilte sie zu Haftstrafen zwischen 10 und 20 Jahren.
Der 18-jährige Worapratch Phadmasakul starb, nachdem er am 2. August 2024 während einer Disziplinarausbildung schwer geschlagen worden war. Medizinischen Berichten zufolge erlitt er ein Polytrauma.
Der Fall von Herrn Worapratch ist einer von 17 Todesfällen von Militärkadetten/ Wehrpflichtigen, die von der FIDH zwischen Juni 2015 und August 2024 dokumentiert wurden. Drei dieser Fälle, ereigneten sich nach dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Folter und gewaltsamem Verschwindenlassen.
Die FIDH fordert die thailändischen Behörden auf, auch Fälle die sich vor dem Gesetz ereignet haben, wirksam zu untersuchen. Die FIDH fordert die Regierung außerdem auf, wirksame Präventivmaßnahmen zu ergreifen, um die übermäßige körperliche Züchtigung von Militärkadetten und Wehrpflichtigen im Land zu beenden.
Im November 2024 äußerte der Ausschuss der Vereinten Nationen (UN) gegen Folter (CAT) seine Besorgnis über Folter und Misshandlung von Rekruten, die in einigen Fällen zum Tod führten. Er forderte unverzügliche, unparteiische, gründliche, effiziente und unabhängige Untersuchungen aller Folter- und Misshandlungsvorwürfe durch Vollzugsbeamte, die strafrechtliche Verfolgung und Bestrafung aller Personen, die verdächtigt werden, sowie angemessene und rechtzeitige Wiedergutmachung und Entschädigung für die Opfer und/oder ihre Familienangehörigen. Er empfahl den Behörden außerdem, die Zuständigkeit ziviler Gerichte für Fälle von Folter, Misshandlung und widerrechtlicher Tötung von Rekruten zu gewährleisten.
Zum Originaltext des Statements: FIDH