Internationale Liga für Menschenrechte

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El Obeid – eine Krise, befeuert durch internationale Intervention

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Seit 2023 hat der Krieg im Sudan die demografische Struktur des Landes schwer erschüttert. Mehr als 13 Millionen Menschen wurden vertrieben, während Millionen weitere von einer Hungersnot betroffen sind. El Obeid, eine Stadt südwestlich der Hauptstadt Khartum, hat sich in jüngster Zeit zu einem Brennpunkt des Konflikts entwickelt. Verantwortlich dafür sind die Rapid Support Forces (RSF), eine sudanesische paramilitärische Organisation, die früher unter dem Schutz der Regierung und mit Unterstützung internationaler Akteure agierte. Die inzwischen seit 18 Monaten andauernde Belagerung hat in der Stadt eine Hungersnot ausgelöst. Zerstörte Infrastruktur und der Mangel an Treibstoff haben die Bevölkerung weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten.

Nach Angaben der Vereinten Nationen weisen die Angriffe Merkmale eines Völkermords auf. Besonders nicht-arabische Bevölkerungsgruppen, die einen großen Teil der Einwohner El Obeids ausmachen, wurden gezielt angegriffen. Drohnenangriffe richteten sich unter anderem gegen Märkte, Schulen und Wohngebiete. Dieses Vorgehen knüpft an die Gewalt der RSF in der westlich gelegenen Stadt El-Fasher an, die Amnesty International bereits als „ethnische Säuberungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnet hat.

Derzeit untersucht das UN-Menschenrechtsbüro die Rolle internationaler Akteure bei der Finanzierung des RSF-Militärkomplexes. Im Mittelpunkt stehen dabei Vorwürfe einer finanziellen Unterstützung der paramilitärischen Organisation durch die Vereinigten Arabischen Emirate.

Diese Angriffe setzen den anhaltenden Völkermord im Sudan fort. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, forderte die RSF auf, die Bewegungsfreiheit der Zivilbevölkerung sicherzustellen, und mahnte: „Die Welt schaut zu und die für Verstöße Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Die Internationale Liga für Menschenrechte verurteilt sowohl die Handlungen der RSF, die durch die Marginalisierung und ethnische Säuberung indigener Bevölkerungsgruppen wiederholt schwere Menschenrechtsverletzungen begangen hat, als auch die internationalen Akteure, die diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch ihre Unterstützung begünstigen und damit eigene politische oder strategische Interessen verfolgen. Zugleich kritisiert die Internationale Liga für Menschenrechte die weitgehende Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft angesichts des drohenden Völkermords.

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