21. November 2025
Khurram Parvez ist Koordinator der Jammu Kashmir Coalition of Civil Society (JKCCS) und wurde im März 2023 zum stellvertretenden Generalsekretär der Internationalen Föderation für Menschenrechte (FIDH) ernannt. Er hat Menschenrechtsverletzungen im indisch verwalteten Kaschmir dokumentiert und intensiv mit den Menschenrechtsmechanismen der Vereinten Nationen (UN) zusammengearbeitet.
Die indischen Behörden haben Khurram wegen seiner Menschenrechtsarbeit systematisch verfolgt. Die indische Nationale Ermittlungsbehörde verhaftete ihn am 22. November 2021 aufgrund verschiedener erfundener Anschuldigungen. Im März 2023 wurde Khurram in einem zweiten Verfahren während seiner Haft zusammen mit dem unabhängigen Journalisten Irfan Mehraj unter dem Vorwurf der „Terrorismusfinanzierung” angeklagt.
Die Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für willkürliche Inhaftierungen (WGAD) erklärte in ihrer im Juni 2023 veröffentlichten Stellungnahme, dass die Inhaftierung von Khurram willkürlich sei, und forderte die indischen Behörden auf, ihn unverzüglich freizulassen. Bis heute haben die indischen Behörden nicht darauf reagiert.
Die indischen Behörden missbrauchen zunehmend Gesetze wie das Gesetz zur Verhinderung illegaler Aktivitäten (UAPA), um politisch motivierte Anklagen gegen Menschenrechtsverteidiger zu erheben. Das UAPA erlaubt eine Inhaftierung von bis zu 180 Tagen „ohne Vorlage von Beweisen”, und Abschnitt 43 D (5) macht es „höchst unwahrscheinlich”, dass eine nach diesem Gesetz festgenommene Person gegen Kaution freigelassen wird. UN-Menschenrechtsexperten haben eine Überprüfung des UAPA im Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards gefordert.
Unsere Organisationen fordern die indischen Behörden auf, Khurram Parvez und Irfan Mehraj unverzüglich und bedingungslos freizulassen, alle Anklagen gegen sie fallen zu lassen und alle Formen der Schikane gegen alle kaschmirischen Menschenrechtsverteidiger und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu beenden.
Als Mitglied des UN-Menschenrechtsrats sollte Indien sicherstellen, dass es seine Menschenrechtsverpflichtungen einhält und dass die freiwilligen Zusagen, die es gegenüber der UN-Generalversammlung gemacht hat, nicht erneut nur leere Worte bleiben.
Wir fordern die indischen Behörden außerdem auf, ihren internationalen rechtlichen Verpflichtungen unverzüglich nachzukommen, indem sie der Zivilgesellschaft die freie Arbeit im indisch verwalteten Kaschmir sowie in ganz Indien ermöglichen und ihre langjährige Behinderung internationaler zivilgesellschaftlicher und zwischenstaatlicher Organisationen, einschließlich der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen und anderer Menschenrechtsmechanismen, die uneingeschränkten Zugang zum indisch verwalteten Kaschmir haben sollten, einstellen.
Zum Original: FIDH
