Internationale Liga für Menschenrechte

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Kamerun: Übermäßige Gewaltanwendung muss angesichts der Proteste nach den Wahlen aufhören

Mittwoch, 26. November 2025

4.11.2025: Die Weltorganisation gegen Folter (OMCT), die SOS Torture Litigators’ Group in Afrika, die FIDH, die Internationale Föderation der ACATs (FIACAT) und ihre Partner äußern ihre tiefe Besorgnis über glaubwürdige Berichte über Tötungen, Verletzungen und willkürliche Verhaftungen nach den Protesten, die seit dem 26. Oktober 2025 als Reaktion auf die Bekanntgabe der Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen in Kamerun ausgebrochen sind.

Am 27. Oktober 2025 erklärte der Verfassungsrat Präsident Paul Biya mit 53,66 Prozent der Stimmen zum Sieger. Nach der Bekanntgabe kam es in mehreren Städten des Landes, darunter Douala, Yaoundé, Bafang, Garoua, Maroua, Guider, Batouri, Bertoua, Bangangte, Touboro, Mokolo, Bamenda und Mbanga, zu friedlichen Demonstrationen. Zuverlässigen Quellen zufolge setzten die Sicherheitskräfte Tränengas, Wasserwerfer und in einigen Fällen auch scharfe Munition ein, was zu Todesfällen und schweren Verletzungen unter den Demonstranten führte. Dutzende Menschen wurden festgenommen, darunter Minderjährige und Anhänger der Opposition. 

Kamerun weist ein systematisches Muster willkürlicher Inhaftierungen, Folter in Polizeigewahrsam und rechtswidriger Anwendung der Militärjustiz auf. Das Land wird im Global Torture Index der OMCT als „Hochrisikostaat“ geführt. Kamerun ist gesetzlich verpflichtet, Folter und grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung zu verhindern und sicherzustellen, dass jede Anwendung von Gewalt streng notwendig ist, im Einklang mit dem Gesetz steht und verhältnismäßig ist.

 

Zum Originaltext: FIDH